ODE… an den Klostein

Ode an den Kostein

Ode an den Kostein

Oh Klostein,

du Kaiser des Urinals, in dessen gold’ner Mitte du erthronst.

Beißend-gelblicher Strahl lässt deine körnige Haut zauberhaft erduften.

Selbst besprenkelt von Zigarettenstummeln und Schamhaargewust,

liegst du erhaben in deinem Netz aus Instustrieplastik,

gleich einer Spinne lauernd auf die nächste Hingabe.

 

Oh Klostein,

kein wasserloses Umwelt-WC-System der Erde macht dich entbehrlich,

bietet Ersatz für deine schillernd bunte Farbenpracht von neon-grün bis stechend pink.

Bist konzentrierte Sauberkeit der Chemie,

fechtest tagein-tagaus deinen heroenhaften Einzelkampf gegen Fäkaliendünste und Keimgetier aus,

ob im gediegenen Caféhaus oder auf dem versifften Festivalgelände des Dixi-Klo-Ekels.

„Stein“ führst du in deinem edlen Namen – „Stein?“… Nein: „Fels“ sollst du heißen!

 

Oh Klostein,

zitrusfrischer denn jeglicher Scheuermittel Note riecht nach dir die sanitäre Welt,

selbst dann, wenn du schon in Stückchen zerpinkelt in deinem Korsett nestelst,

deine Kleinstteile sich beim nächsten „Wusch“ elegant wie junge Lachsbrut den Lokus hinunterwinden.

Anfassen darf man dich nicht, bist unantastbar toxisch in Würde wie Fingerhutknospen

und erduldest keine anderen Gerüche neben dem deinen –

Klostein in klarem Wasser, chemischer Absolutismus gespülter Aufklärung.

(René Merten – entstanden am Mo, 14.09.2014)

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